Laufendes Vorhaben

Eine Assistenz, die einem Regelwerk folgt — und deren Fehler gezählt werden.

Das ist seit Monaten meine Hauptarbeit. Nicht als Produkt und nicht als Dienstleistung: als Vorhaben, an dem sich zeigen soll, ob eine KI verlässlich wird, wenn man ihr Regeln gibt, die ein sichtbares Ergebnis erzwingen — statt Regeln, die nur eine Haltung verlangen.

Der Arbeitsplatz in der Werkstatt, zwei Schirme

Der Ausgangspunkt

Wo es anfing

Ein Sprachmodell antwortet gut und erinnert sich an nichts. Es behauptet Dinge über Dateien, die es nicht gelesen hat. Es sagt zu, kurz zu sein, und wird lang. Nicht aus Bosheit — es hat kein Gedächtnis für gestern und keine Instanz, die heute nachmisst.

Die Frage, an der ich seither arbeite, ist deshalb keine über Modelle, sondern eine über Bauart: Was muss um ein solches System herum stehen, damit aus einem beeindruckenden Gesprächspartner ein verlässlicher Mitarbeiter wird?

Der Ansatz

Regeln, die ein Ergebnis erzwingen

Alles Wissen liegt in Dateien, nicht im Modell. Regelwerk, Gedächtnis, Protokolle liegen auf eigener Hardware im Haus. Das Modell ist austauschbar; der Bestand bleibt.

Eine Regel gilt nur, wenn sie etwas Sichtbares verlangt. „Sei sorgfältig" wirkt nicht. „Lies die Zielstelle unmittelbar vor der Änderung und lies sie danach zurück" wirkt — es gibt hinterher ein Ergebnis, an dem man es sieht.

Fehler werden gezählt, nicht bedauert. Jede Sitzung trägt eine Zeile in eine Messreihe: Fehlversuche, überlange Antworten, Rügen. Eine Regel, deren Zahl nicht sinkt, wird gestrichen statt umformuliert.

Ein Prüfprogramm sitzt vor der Antwort. Es weist zurück, was maschinell prüfbar falsch ist: erfundene Dateipfade, Zahlen ohne Angabe ihrer Herkunft, Behauptungen über Inhalte, die im selben Zug nicht nachgesehen wurden.

Lokal, wo es geht. Ein kleines Modell auf der eigenen Grafikkarte übernimmt, was es kann — auch aus Energiegründen, nicht nur aus Datenschutz.

Wie das Prüfprogramm konkret arbeitet

Es sitzt zwischen der fertigen Antwort und dem Bildschirm und prüft, was sich maschinell prüfen lässt. Ein Dateipfad, den es nicht gibt: zurück. Eine Zahl ohne Angabe, ob sie gemessen, geschätzt oder geraten ist: Hinweis. Eine Aussage über den Inhalt einer Datei, die im selben Arbeitsschritt nicht geöffnet wurde: zurück — dafür liest es das Werkzeugprotokoll des laufenden Durchgangs mit. Und die Behauptung, etwas gebe es nicht, ohne zu sagen, wo nachgesehen wurde: ebenfalls zurück.

Der letzte Punkt ist der interessanteste, weil er den häufigsten Fehler trifft. „Das steht nirgends" klingt nach Befund und ist meistens eine Vermutung. Wer das behauptet, muss die Prüfung mit hinschreiben.

Was es nicht kann: Wahrheit beurteilen. Ein falscher Schluss über die Welt hat keinen Prüfstein und geht durch. Wer aus einem bestandenen Prüflauf auf Richtigkeit schließt, täuscht sich.

Stand

Was da ist und was nicht

Da ist: ein geschriebenes Regelwerk, das über Wochen gewachsen und mehrfach von außen angegriffen wurde; eine laufende Assistenz auf eigener Hardware; eine Messreihe; ein Prüftor vor der Antwort; eine zweite Instanz, die Stichproben zieht und deren Befunde nicht nachträglich änderbar sind.

Nicht da ist: ein Produkt. Kein Preis, kein Vertrag, keine Zusage. Wer die Sachen ausprobieren will, bringt einen eigenen Zugang mit und tut es auf eigene Verantwortung — die Bedingungen stehen auf der Startseite.

Zur Größenordnung: ein Einzelner mit einem Rechner und einer Grafikkarte, keine Grundlagenforschung. Ein Einzelfall, gebaut und aufgeschrieben — mit dem, was dabei gewirkt hat und was nicht.

Zugang

Nur auf Einladung

Auf Einladung, mit eigenem Schlüssel.

Wer easy mal ausprobieren mag, bekommt eine Einladung von mir.

Das Modellkonto bringen Sie selbst mit, die Kosten laufen dort.

Alles offen. Wer eingeladen ist, sieht dasselbe wie ich.

Begrenzt ist die Menge. Je Einladung ein Kontingent an Rechenzeit. Ist es aufgebraucht, pausiert der Zugang bis zur nächsten Periode. Sonst nimmt einer die ganze Maschine für sich.

Für die eigene Arbeit. Was Sie hier sehen und benutzen, dient Ihrem eigenen Vorhaben. Das ist meine einzige inhaltliche Bedingung, solange die Sache noch offen ist.

Ohne Entgelt, ohne Vertrag, ohne Gewähr. Solange ich selbst noch suche, was daraus wird, und solange die Haftungsfragen offen sind, ist die Nutzung frei.

Prüfen Sie, was rauskommt. Was eine KI ausgibt, ist ein Vorschlag. Schauen Sie drüber, bevor Sie sich darauf verlassen.

Ein Zwischenstand. Wird ein Angebot daraus, steht es hier: mit Preis, Bedingungen und geklärter Haftung. Interesse an einer Einladung?

Offene Frage

Woran ich als Nächstes arbeite

Wo geraten Mensch und Maschine wirklich in Konkurrenz?

Über die Steuerung von KI wird viel geforscht. Über die Stellen, an denen beide um dieselbe knappe Sache konkurrieren, erstaunlich wenig. Der einzige Punkt, der nicht aus einer Geschäftsentscheidung stammt, sondern aus der Natur der Sache, ist die Energie — und dort entscheidet sich, ob das Nebeneinander friedlich bleibt.

Was ich dazu beitragen kann, ist klein und dafür belegbar: am eigenen Haus messen, was der Betrieb wirklich kostet — lokal gegen Wolke, je Aufgabe — statt darüber zu spekulieren. Wer daran mitdenken will, schreibt mir.

Nachricht

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Kein Newsletter, keine Weitergabe. r@simon-eng.com